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FORDERUNGEN

Kurzbeschreibung

Das kulturpädagogische Projekt mit dem Arbeitstitel „Forderungen“ (AT) wird unter der kunstpädagogischen Leitung des Frankfurter Vereins SpinnKultur umgesetzt und spricht alle Menschen in Frankfurt am Main an.

Das Projekt baut auf des vom vergangenen Jahres 2020 auf. Am 24.02.2020 startete das Basisprojekt mit öffentlichen, kostenlosen Proben für alle Interessierten noch vor dem ersten Lockdown der Pandemie. Die Proben fanden in Kooperation mit dem NaxosAtelier – einer Einrichtung der Kommunalen Kinder-, Jugend-, und Familienhilfe der Stadt Frankfurt – statt, und stellte die Räume kostenlos zur Verfügung .

Durch die sodann sehr unsichere und nicht planbare Zeit, die im März 2020 begann, war es nicht möglich die öffentlichen Proben fortzuführen und so pausierte das Angebot vorerst. Von Juli bis Oktober 2020 wurden die Treffen dann für alle interessierten Menschen wieder ermöglicht. Unter Berücksichtigung aller notwendigen gesundheits- sowie hygienetechnischen Maßnahmen mit dem Schutz einer jeden Person wurde so ein künstlerischer und sozialer Austausch für alle Teilnehmer*innen ermöglicht. Von Februar bis August 2020 gab es 228 Teilnahmen am Projekt.

Seit November 2020 fanden die Proben im Rahmen eines digitalen Angebots statt. Durch das 2020 ermöglichte Angebot hat sich eine feste Gruppe von 25 Personen aus und um Frankfurt am Main geformt.

Ab Februar 2021 hat die feste Gruppe im digitalen Raum weiter künstlerisch arbeiten. Das Folgeprojekt war terminiert von Februar 2021 bis Juni 2021. Geplant war eine multimediale Produktion mit allen Beteiligten. Der Gegenstand des Projekts bildet das Überthema “Forderungen“.

Die vergangenen Projekte des Vereins haben sich mit dem öffentlichen und privaten Raum der Bewohner*innen Frankfurts auseinander gesetzt. Für dieses Projekt versucht sich der Verein SpinnKultur mit der weit gefächerten Thematik der „Forderungen“. Das Überthema schafft einen nicht zielgruppenorientierten Rahmen. Es soll den Teilnehmenden eine Überthematik geschaffen werden, welche die zwischenmenschliche Auseinandersetzung und Kommunikation anregt und sich dadurch als Grundlage zur Erprobung unterschiedlicher Künste eignet.

„Forderungen“ diehnten im Projekt nicht nur als Ansatzpunkt für künstlerische Aktionen, sondern auch als zentraler Gegenstand weiterer Forschung auf verschiedenen Ebenen: Was bedeutet das Wort „Forderungen“ in unserem aktuellen Leben? Wer fordert was, wann und von wem? Wie wird gefordert und warum?

Zunächst wurden diese Fragen auf der sozialen und gesellschaftlichen Ebene erforscht, um diese dann in eine künstlerische Ebene zu transformieren. Strukturen und Muster der Individuen und der Gesellschaft sollen aufgezeigt werden, um für diese eine Übersetzung in die Kunst zu finden. Forderungen an sich und andere als eine Konstruktion, welche die eigenen Verhaltensmuster prägen, gilt es in dieser Produktion zu hinterfragen. Die unterschiedlichen Schwerpunkte im Umgang mit der Thematik setzen dabei die Teilnehmenden selbst und beeinflussen dadurch den Projektverlauf. Ein Abweichen von der ursprünglichen Thematik ist nicht nur berücksichtigt, sondern gewollter Teil des Prozesses.

Die Kunst und Pädagogik wurden, wie in allen vorherigen Projekten des Vereins, als gleich wirksam und bedeutsam erachtet. Dies bedeutet, dass weder die pädagogischen Ziele den künstlerischen übergeordnet werden, noch die künstlerischen den pädagogischen. Das künstlerische Geschehen initiiert Momente, die positiv auf die individuellen Persönlichkeiten einwirken. Der Anspruch der Arbeit liegt darin, Menschen zu selbstbestimmtem Handeln zu befähigen und ihnen im Erproben dieser Kompetenz einen Schutzraum für den künstlerischen Prozess zu bieten.

Das Projekt greift in einem hohen Maße digitale Medien auf. Film, Video und der Digitale Raum werden die künstlerischen Säulen, mit welchen auch in einer besonderen Zeit den Menschen die Möglichkeit gegeben werden soll, sich künstlerisch zu erproben, entfalten und zu hinterfragen.

Ziel des Projektes war es, Teilnehmenden einen niedrigschwelligen Zugang zu kulturpädagogischen Angeboten zu ermöglichen und diese in der Auseinandersetzung mit ästhetischen Medien zu unterstützen. Des Weiteren ist ein Perspektivwechsel auf unsere gemeinsame Gesellschaft angestrebt. Dieser ermöglicht es, Horizonte zu erweitern und den Blick auf ein gesellschaftliches Zusammenleben und versteckte Gemeinsamkeiten zu enthüllen.

DAS THEMA

Was bedeutet dieses Wort? Wer fordert von wem und warum? Wenn ich eine Forderung habe, an wen richte ich diese? Was passiert vor einer Forderung? Was passiert durch eine Forderung, und was danach? Welche Gefühle beinhaltet die Forderung? Gibt es konsequenzlose Forderungen? Gibt es überhaupt das Wort konsequenzlos? Welche Arten der Forderungen gibt es? Gibt es ein Leben ohne Forderungen? Und sind Anforderungen und Forderungen dasselbe?

2020 war ein besonderes Jahr und die Forderungen standen immerzu im Fokus, ob in einem weltweiten politischen Kontext oder der gegenwärtigen Lage. Menschen in fordernden Haltungen waren überall und immer sichtbar. Die Anforderung flexibel reagieren zu können, auf diese besondere Zeit stand plötzlich im persönlichen Mittelpunkt. Von einigen Gruppen wurde sehr laut gefordert, das Jahr der Demonstrationen, wo doch Abstand gehalten hätte werden sollen. Das Fordern wurde an einigen Stellen auch sehr leise und bei all dieser Zeit mit mir selbst, was fordern wir da eigentlich von uns selbst?

Die Teilnehmenden setzten sich im Rahmen des Projekts „Forderungen (AT)“ mit den unterschiedlichsten Bereichen der Thematik auf medialer und künstlerischer Weise auseinander. Dabei wird ein Kontext zum kreativen Erforschen und Begegnen unserer Gesellschaft geschaffen. Die Bereiche des Prozesses der Individualisierung, der unaufhaltsamen Selbstoptimierung aber auch die täglich medial präsentierten „Forderungen“ stehen hierbei im Fokus des Projektes.

Durch „Forderungen(AT)“ wurde ein Raum der Begegnung unterschiedlicher Individuen, mithilfe vielfältiger ästhetischer Medien geschaffen, ohne diesen dabei auf eine bestimmte Zielgruppe zu beschränken. Unsere Gesellschaft weist eine große Vielfalt auf. Hierdurch entsteht ein hoher Grad an unterschiedlichen, individuellen Bedürfnissen, Herausforderungen und gegebenen Möglichkeiten. Anhand der diversen Lebenskonzepte entstehen parallele Lebenswelten. Und ein solches Projekt ermöglicht es, diese Lebenswelten zu treffen.

Die Gruppe der Teilnehmenden fungiert daher als ein mögliches Abbild der Gesellschaft. Ziel dieses Projekts ist es daher den Menschen aus unterschiedlichen Lebenswelten eine Plattform zu bieten, um Gemeinsamkeiten zu entdecken, voneinander zu lernen, aufeinander Acht zu geben und dadurch einen Sinn für Gemeinschaft zu entwickeln.

Das Projekt ist ein Perspektivwechsel in Bezug auf das persönliche sowie gesellschaftliche Umfeld. Die Auseinandersetzung eigene Forderungen zu reflektieren und die Bereitschaft sich selbst zu hinterfragen und im eigenen sowie gesellschaftlichen Gestaltungsprozess mitzuwirken findet statt. Hierzu sind Teilnehmer*innen des Projektes Mitwirkende und Zuschauer*innen bzw. Rezipient*innen zugleich.

Ermöglicht wurde das Projekt durch die großartige Unterstützung des Kulturamt Frankfurt am Main, dem NaxosAtelier, der Evang. luth. Gethsemanegemeinde Frankfurt am Main und der Frankfurt University of Applied Sciences.

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